NL: Starke Leistung bleibt unbelohnt
Die erste Mannschaft des SHC Grenchen-Limpachtal unterliegt dem letztjährigen Doublegewinner nach langem und aufopferndem Kampf mit 4:5.
Es war eine der ganz schwierigen Aufgaben, die auf den SHC Grenchen-Limpachtal wartete: Der amtierende Schweizermeister und Cupsieger, die Oberwil Rebells, boten zum Tanz in ihrer heimischen Sika-Arena in Zug. Die Rollen waren dabei klar verteilt. Die Rebells der haushohe Favorit, die Gäste aus Grenchen die klaren Aussenseiter.
Und die Partie startete dementsprechend. Zumindest was das Score betraf. Es war nämlich Oberwil, das bereits früh im ersten Drittel in Führung gehen konnte, nachdem in der Grenchner Hintermannschaft ein Gegner komplett vergessen ging.

Doch die Aussenseiter steckten nicht auf. Sie schlugen sich wacker und standen taktisch gut. Sie liessen in der Defensive wenig zu. Und nutzten vorne die sich bietenden Chancen. Der Captain persönlich, Jara Pauer, sorgte für den ersten Ausgleich. Auf die neuerliche Führung des Heimteams hatte nochmals Pauer eine Antwort bereit, bevor Gaschen den Zuger Torhüter zum dritten Mal in den ersten 20 Minuten bezwang. Und damit für eine 2:3 Führung zur ersten Pause sorgte.
Zu Beginn des zweiten Drittels zündeten die Oberwiler dann ein kurzes, aber heftiges Feuerwerk. Sie schnürten die Grenchner zunehmend in ihrer eigenen Zone ein und liessen den Ball laufen. Die Abwehrreihen der Gäste wurden teilweise arg strapaziert. Auch aufgrund der weiteren Wege zur Bank im Mittelabschnitt wurden die Einsätze lang, manchmal zu lang. Doch die Grenchner fanden in diesen Druckphasen auch Platz für Konter. So vergaben innert kürzester Zeit Yannis Christener und Lenny Canosa beste Chancen zur Erhöhung auf 2:4.
Oberwil zeigte sich dabei abgeklärter und machte aus den sich ihnen bietenden Möglichkeiten zwei Treffer zum 4:3, bevor mit Nino Ramseier ein nächster junger Nachwuchsspieler für den erneuten Ausgleich sorgte.
Vier zu vier, so lautete das Resultat nach 40 gespielten Minuten. Ein Resultat, dass die Grenchner ihrer aufopfernden Spielart und der taktischen Disziplin zu verdanken hatten. Und Nik Röthlisberger. Der junge Nachwuchstorhüter kam in Zug zu seiner Premiere in der National League. Und dies völlig zu Recht, wie er an diesem Sonntag bewies. Er spielte stark auf und zeigte Attribute eines Routiniers. Liess sich auch durch Gegentore nicht verunsichern und strahlte über weite Strecken grosse Ruhe aus.

Im letzten Drittel war es wiederum Oberwil, das vorzulegen vermochte. Doch die Grenchner steckten nicht auf. Und überstanden gar eine doppelte Überzahl unbeschadet. Beinahe eine Minute wehrte man sich erfolgreich mit drei gegen fünf Feldspielern. Und erhielt die Hoffnung auf einen Punktgewinn damit am Leben.
Das Heimteam liess aber mit fortschreitender Dauer des Spiels ihre Klasse und Abgeklärtheit immer mehr aufblitzen. Sie kontrollierten das Spiel über weite Strecken und liessen den Ball routiniert in den eigenen Reihen und weit weg von der gefährlichen Zone zirkulieren. Die Grenchner ihrerseits zollten für ihren Kampf Tribut und kamen nur noch vereinzelt zu Chancen, vermochten den Oberwiler Schlussmann aber nicht mehr zu bezwingen.

Schlussendlich mussten die Gäste damit dem Heimteam zum Sieg gratulieren und den Heimweg ohne Punkte antreten. Dafür konnte das Team ganz viel Moral tanken. Sie zeigten in Zug auf, dass das junge Team auf dem richtigen Weg und gerüstet für die nächsten Aufgaben ist. Denn diese werden nicht kleiner: Nach einem spielfreien nächsten Wochenende treffen die Grenchner danach in einem Freitagsspiel im Cup auf den SV Gals und Sonntags in der Meisterschaft auf die Sierre Lions. Zweimal auswärts, zweimal gegen Topteams der Liga.




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