NL: Wechselbad der Gefühle
- sirindlisbacher
- 22. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Der SHC Grenchen-Limpachtal belohnt sich gegen den SHC La Chaux-de-Fonds mit drei Punkten, nachdem er sich am Samstag dem Titelaspiranten Nummer eins geschlagen geben musste.
Die Ausgangslage vor der Partie zwischen dem SHC Grenchen-Limpachtal und dem SHC La Chaux-de-Fonds am Sonntagnachmittag war klar. Wollen die Grenchner im Kampf um den fünften Platz noch ein Wörtchen mitreden, war ein Sieg Pflicht. Und die Antwort lieferten die Spieler rund um Captain Dominic Tschirren umgehend. Keine Anzeichen von Müdigkeit waren zu sehen. Vielmehr sprachen die pure Lust und Spielfreude auf dem Feld. Und die Gäste konnten sich zu Beginn nur mit unlauteren Mitteln wehren. So fanden sie sich bereits nach gut zweieinhalb Minuten in doppelter Unterzahl wieder, die sie jedoch überstanden. Zu harmlos gestalteten die Grenchner die erste Überzahlchance.

Die Grenchner liessen aber nicht locker und setzten den Gegner weiter früh unter Druck und überzeugten auch in der Defensive, gestanden dem Gegner nur wenige Chancen zu. La Chaux-de-Fonds wusste aber aus den wenigen Möglichkeiten zählbares zu lösen. In Überzahl bezwangen sie den Grenchner Schlussmann mit einem Weitschuss.
Geschockt war das Heimteam dadurch jedoch nicht. Sie fanden sofort nach der Unterzahl wieder in die Spur und spielten munter weiter nach vorne. Und auch die Strafenflut mit insgesamt sechs weiteren kleinen Strafen, die auf beide Seiten verteilt waren, konnten den Esprit nicht schmälern. Und so war es kurz vor der ersten Pause die logische Konsequenz, dass Benj Kohli für seine Farben ausgleichen konnte.

Wenn sich der SHC Grenchen-Limpachtal etwas vorzuwerfen hatte, dann die mangelnde Chancenauswertung und das teils übermotivierte Einsteigen in den Zweikämpfen. Doch genau diese beiden Punkte wussten sie im zweiten Abschnitt zu korrigieren. Mit Dominic Tschirren war es der Captain höchstpersönlich, der die Ketchup in der Flasche löste. Wurde doch schon im ersten Drittel – sowie auch am Vortag bereits – immer wieder kräftig hinten auf die Flasche gehauen, ohne dass sich jedoch das Ketchup so richtig lösen wollte, so war es scheinbar dieser eine Schlag von ihm in Form des zweiten Treffers der Grenchner, der nun den bekannten Schwall auf den Teller schwappen liess. Noch bis zur Spielmitte zogen die Grenchner dank weiteren Toren von Kay Mattli, Feuz Fabrice und Wyss Manuel auf 5:1 davon. Dass das Spiel danach wieder ruppiger wurde, wussten die Gäste zu ihren Gunsten zu nutzen und verkürzten in Überzahl bis zur zweiten Pause noch auf 5:3.
Einem schien dies gar nicht zu gefallen. Jara Pauer fasste sich ein Herz und erzielte direkt nach Wiederanpfiff innert gut vier Minuten einen lupenreinen Hattrick und stellte das Score auf 8:3.
Es war denn auch genau dies, was den Grenchnern tags zuvor hauptsächlich fehlte: Tore. Denn bereits gegen den haushohen Favoriten aus Oberwil wussten die Grenchner zu gefallen. Sie gestalteten die Partie aktiv mit und hatten viele Chancen, nur wollte der Ball im ersten Abschnitt nie im Oberwiler Tor unterkommen. Und so waren es die Gäste, die mit einer 0:1 Führung in die erste Pause gehen konnten. Auf das zweite Tor der Gäste wussten die Grenchner dann zu reagieren und erzielten umgehend den 1:2 Anschlusstreffer durch Benj Kohli. Doch die Oberwiler nutzten danach die sich ihnen bietenden Chancen eiskalt aus und zogen ihrerseits bis zur zweiten Pause mit 1:6 davon. Das dritte Drittel ist danach rasch erzählt. Mit Chancen hüben und drüben zeigten beiden Teams noch schöne Kombinationen und Tore, das Spiel war aber gelaufen, die Gäste liefen nie mehr Gefahr, die drei Punkte aus der Hand zu geben.

Gegen La Chaux-de-Fonds schien das Spielgeschehen im letzten Abschnitt lange identisch zu verlaufen, mit veränderten Vorzeichen. Denn auch auf den 8:4 Anschlusstreffer der Neuenburger fanden die Grenchner eine Antwort. Manuel Wyss netzte zum 9:4 ein und stellte den Fünftorevorsprung wieder her.
Gegen Ende wurde die Partie danach immer nervöser und es wurden diverse Strafen auf beiden Seiten ausgesprochen. La Chaux-de-Fonds kam dabei noch einmal etwas heran, das letzte Tor zum finalen 10:8 fiel indes erst mit der Schlusssirene und somit zu spät.
Die Grenchner konnten nach dem Wochenende und den gespielten Partien konstatieren, dass man auf dem richtigen Weg ist. Gegen den Branchenprimus Oberwil hatte man gute Abschnitte, spielte munter mit und versteckte sich nicht. Gegen La Chaux-de-Fonds bewies man danach Geduld und grosse Spielfreude, die sich auch auf der Anzeigetafel niederschlugen. Es sind gute Gründe, sich auf die noch ausstehenden Qualifikationsspiele gegen die Horgenberg Hammers und die Bulldozers aus Kernenried freuen zu dürfen, bevor danach die Playoffs anstehen.
SHC Grenchen-Limpachtal – Oberwil Rebells: 12. Müller Yanick (Kapanek David) 0:1; 23. Müller Ken (Gisler Rafael) 0:2; 27. Kohli Benjamin (Wyss Manuel) 1:2; 27. Eberle Yanik (Enzler Raphael) 1:3; 29. Rohdewald Tobias (Iten Aaron) 1:4; 37. Lartey Benjamin (Müller Ken) 1:5; 40. Eberle Yanik (Hlubek Nick) 1:6; 42. Müller Ken (Hlubek Nick) 1:7; 45. Tschirren Dominic (Pauer Jaroslav, Feuz Fabrice) 2:7; 52, Enzler Raphael 2:8; 55. Eberle Yanik (Müller Tim) 2:9; 55. Gisler Rafael (Zurkirchen Linus) 2:10; 56. Wyss Manuel (Mattli Kay) 3:10.
SHC Grenchen-Limpachtal – SHC La Chaux-de-Fonds: 9. Rodrigues Soares Vasco (Guillet Romain) 0 :1; 19. Kohli Benjamin (Lehner Petr) 1:1; 25. Tschirren Dominic (Fries Jamie) 2:1; 27. Mattli Kay (Pauer Jaroslav) 3:1; 28. Feuz Fabrice (Kohli Benjamin) 4:1; 30. Wyss Manuel (Mattli Kay) 5:1; 39. Hauser Robin (Jeannert-Grosjean Ethan) 5:2; 40. Humbert-Droz Quentin (Ferrington Gregory) 5:3; 42. Pauer Jaroslav (Vanis Jiri) 6:3; 42. Pauer Jaroslav (Mattli Kay) 7:3; 46. Pauer Jaroslav (Lehner Petr) 8:3; 47. Guillet Romain 8:4; Wyss Manuel (Pauer Jaroslav) 9:4; 56. Mballa Manuel (Guillet Romain) 9:5; 57. Rodrigues Soares Vasco (Mballa Manuel) 9:6; 58. Alano Thibaud (Mballa Manuel) 9:7; 59. Pauer Jaroslav 10:7; 60. Hauser Robin (Ferrington Gregory) 10:8.



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