NL: Unbelohnter Kraftakt zum Saisonende
- sirindlisbacher
- vor 1 Tag
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Der SHC Grenchen-Limpachtal verliert das entscheidende zweite Playoffviertelfinalspiel in Grenchen mit 0:2 und verabschiedet sich damit aus der Spielzeit 2025/26. In einer Art und Weise, die alle Zuschauer mitriss.
Nach der Niederlage tags zuvor stand der SHC Grenchen-Limpachtal in der Best-of-Three Serie zwar mit dem Rücken zur Wand. Aber schlussendlich war auch alles im Soll. Denn die Kernenried Bulldozers gewannen nicht mehr als ihr erstes Spiel mit Heimvorteil. Und gingen damit in der Serie mit 1:0 in Führung.
Den Grenchnern schien genau dies indes sehr wohl bewusst zu sein. Sie starteten vor einer prächtigen Heimkulisse überzeugend und leidenschaftlich in die Partie. In einer Arena, die der Fanclub in den Vereinsfarben schmückte, kämpften sie sich über viele Zweikämpfe in die schnelle und intensive Partie. Nach einem ersten Gerangel nahme je ein Spieler beider Teams Platz in der Kühlbox. Das Spiel lief vier gegen vier indes nicht anders als zuvor bei fünf gegen fünf Feldspielern: Ein wahrer Abnützungskampf. Mit Chancen auf beiden Seiten. Bei welchen sich aber beide Torhüter auszuzeichnen wussten.
Nach sieben gespielten Minuten folgte die erste Unterzahlsituation für das Heimteam. Doch auch hier wussten sie zu überzeugen und liessen nicht viel mehr zu als vereinzelte Weitschüsse.
Bezeichnend für die gesamte Partie war danach aber die Situation, die sich wenige Minuten später ergeben sollte, als Grenchen im Powerplay antreten konnte. Und nach einer gespielten Minute in nummerischer Überzahl gar der zweite Kernenrieder auf die Strafbank wanderte. Doch auch aus der doppelten Überzahl während knapp einer Minute schaute nichts Zählbares heraus. Wille ja, Chancen ja, Tore nein. So das Fazit des doppelten Überzahlspiels – und schlussendlich auch des gesamten Spiels.
Die beiden Mannschaften verlangten sich alles ab. Das Spiel entwickelte sich zu einem wahren Krimi, sehr wohl zur Freude der zahlreichen Fans am Spielfeldrand. Und – über weite Strecken – wohl auch zur Freude der beiden Trainer. Es war ein packendes und mitreissendes Duell, das ohne Torerfolge in die erste Pause ging.
Im zweiten Drittel spielten die Grenchner danach zweimal in nummerischer Unterzahl, überstanden die Situationen jedoch schadlos. Kamen selber zu guten Torchancen, wussten diese aber nicht zu nutzen. Und kassierten dann im dritten Boxplay des zweiten Abschnitts den Gegentreffer. Ein Abpraller von der Bande nach einem Weitschuss wusste ein Kernenrieder gedankenschnell zu verwerten.
Auszulösen vermochte dies bei den Grenchnern nicht viel. Sie spielten weiter und rackerten vorbildlich weiter. Und erkämpften sich weitere Torchancen vor Ablauf des zweiten Drittels. Mit demselben Resultat wie bis anhin: Der Gästetorhüter hielt seinen Kasten rein.
Und so ging diese Viertelfinalpartie der Playoffs 2026 mit dem knappstmöglichen Resultat überhaupt ins letzte Drittel. In dem die Gäste die Grenchner kalt duschten: Nach nur 47 Sekunden netzten sie direkt im Anschluss an ein Bully mit einem Weitschuss zum 0:2 ein.
Die Reaktion der Heimmannschaft? Fast inexistent. Im positiven Sinne. Abgehakt, nach vorne schauend fahnden sie direkt zurück ins Spiel und forderten den Qualifikationsdritten bis zum Schluss. Doch weder eine Strafe gegen die Gäste noch der fällige Penalty nach einem Foul am alleine auf den Gästehüter zustürmenden Canosa wollten den so sehr benötigten ersten Treffer für die Grenchner herbeiführen.
Zwei Dinge liess sich die erste Mannschaft der Grenchner aber bis zuletzt nicht absprechen: Den Einsatz und den absoluten Willen. Nicht einmal als drei Minuten vor Ende des Spiels mit Jara Pauer ein Leader des Teams für zwei Minuten ausgeschlossen wurde. Bei jeder sich bietenden Chance – und gar bei Nichtchancen – jagten die Boxplayspezialisten den Bällen nach. Und erarbeiteten sich damit Torchancen in Unterzahl. Scheiterten dabei aber ebenso unglücklich im Abschluss wie in der letzten Spielminute. Der scheidende Grenchner Torhüter Nick Schnyder, der zu seinem Jugendverein zurückkehrt, machte Platz für den sechsten Feldspieler. Ohne Erfolg.
Die Grenchner nehmen mit dieser Niederlage den Hut und beenden die Saison damit vorzeitig. Sie verlassen die grosse Bühne dabei aber als kleiner Sieger:
Ja, es war beste Werbung für die Mannschaft. Den Verein. Und den Sport. Es war grosses Spektakel, das die beiden Teams auf dem Platz zeigten. Sie lieferten sich ein packendes Derby.
Ja: «Hüt hei si wieder mau gwunne». Leider nicht der SHC Grenchen-Limpachtal. Nicht resultattechnisch. Aber der Sport Streethockey an und für sich in seiner ganzen Gestalt.
SHC Grenchen-Limpachtal - SHC Bulldozers Kernenried-Zauggenried: 34. Hohl Jonathan (Fund Severin) 0:1; 41. Bütikofer Loïc Joris (Bütikofer Michel) 0:2.



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