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Damen: Ein Team voller Inspiration streicht die Segel viel zu früh!

  • Unbekannt
  • 19. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Das Damenteam des SHC Grenchen-Limpachtal mit dem Jahrgang 2025/26 verzückten am Sonntagnachmittag das Publikum in Grenchen ein letztes Mal. Dass sie die Partie dabei verloren geben musste, schmerzt. Erst recht, da das Ende in der Verlängerung fällt.


Bereits der Beginn der Halbfinalserie vor einer Woche endete getreu einem Krimibuch. Nachdem es nach der regulären Spielzeit 1:1 Unentschieden stand, brachte auch die Verlängerung keine Entscheidung. Es musste ein Penaltyschiessen über den ersten Sieger der Serie entscheiden. Und da behielten die Bulldozerinnen aus Kernenried die Oberhand. Nach gut zwei Dutzend geschossenen Penaltys konnten sie die Partie für sich entscheiden und in der Serie mit eins zu null in Führung gehen.



Nun, eine Woche später, stand in Grenchen Partie Nummer zwei der Best-of-three Serie an. Bei bestem Wetter. Und vor einer elektrisierenden Kulisse. Das Spielfeld war ringsum gesäumt mit Zuschauern. Dicht an dicht stehend, gestapelt in der Tiefe. Kopfschwenkend, um die spannende Partie auch aus den letzten Reihen verfolgen zu können. Ja, verfolgen zu dürfen!


Dass die Spielerinnen ihr Heimspiel in diesem Rahmen austragen durften, war ihr eigenes Verdienst! Sie haben sich dies verdient, sie haben dafür gearbeitet. Ja, sie haben es sich erarbeitet! Durch ihre inspirierende Art und Weise, durch ihr Herzblut und den steten Kampfgeist, den sie in dieser Saison an den Tag legten.



Die Zuschauenden wurden denn auch am letzten Tag der Saison von ihrer Mannschaft nicht enttäuscht. Sie kämpften von Beginn weg, liessen sich nie aus der Ruhe bringen und rannten die Gäste aus Kernenried phasenweise in Grund und Boden. Vorallem die jungen Wilden stellten die Bulldozerinnen immer wieder vor Probleme. Sie waren schlicht zu schnell und zu hartnäckig für die Gegnerinnen. Und die erfahrenen Spielerinnen um Kapitänin Stefanie Krähenbühl und den fleissigen Routiniers an ihrer Seite sorgten für Ruhe in hektischen Situationen. Und trieben ihr Team auch nach dem Gegentor nach gut der Hälfte des ersten Drittels weiter an.


Die Fans rund ums Spielfeld zollten der eigenen Mannschaft hohen Respekt für ihr gezeigtes und verabschiedeten sie in die wohl verdiente erste Pause. Und diese schien sich dem Publikum gegenüber im Mittelabschnitt erkenntlich zu zeigen. Sie kämpften wie Löwinnen, erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Abschlüsse aus besten Positionen, Ablenkungsversuche vor dem Tor, und hinten eine Torhüterin, die dicht hielt. Und des Öfteren für Ruhe sorgte. Doch zählbares schaute auch im zweiten Drittel nicht heraus. Bis kurz vor Ende des Abschnitts Emma Berri sich doch noch ein Herz fasste und zum längst überfälligen Ausgleich einnetzte. Die Stimmung ums Spielfeld explodierte ebenso wie die Emotionen auf dem Feld und auf der Ersatzbank.



Alles wieder auf null zurückgesetzt, und ein Spiel, das nun in einem Drittel zu entscheiden war. Grenchen war bestrebt, dem Spiel den Stempel aufdrücken zu wollen. Und sie durften sich auf die eigenen Fans verlassen, liessen sich tragen von den Anfeuerungschören, die angestimmt wurden. Die Gäste wurden unter Druck gesetzt, Abschlüsse kreiert. Nur, Tore wollten keine mehr fallen.


Und so kam es wieder zur Überzeit! Nur dauerte es diesmal nicht mehr so lange bis zur Entscheidung wie in Partie eins. Ballgewinn aussen, Pass in die Mitte, und der Stich mitten ins Herz. Der Ball kullerte nach knapp zwei Minuten an Anja Tschirren vorbei ins Tor. Und stürzte die Grenchnerinnen ins Tal der Tränen! Spiel verloren, Saison vorbei, ganze Spannung weg, und die Spielerinnen sackten in sich zusammen.



Und, so tragisch-traurig dieser Moment war, so authentisch und natürlich sinnbildlich wurde er: Die Spielerinnen nahmen ihre Mitspielerinnen in die Arme. Die etwas gefasster wirkenden nahmen die aufgelösteren Kameradinnen auf und spendeten Trost. Richteten sie auf und nahmen sie mit auf die letzte Runde der Saison: Die Runde vor den eigenen Fans, sich nochmals von den unzähligen Händen beklatschen zu lassen.


Das haben sie sich verdient, dieses so inspirierende und so junge Team. Mit ihrer Spielfreude und Unbekümmertheit, mit der sie einmal mehr hunderte Augen faszinierten. Von Grosseltern bis zu den kleinsten Fans. Kleine Mädchen, die hinaufschauten. Und heute Nacht vielleicht auch davon träumen, irgendwann mitzuspielen. Nachdem sie sich sagen, irgendwann dazu gehören zu dürfen «we ig de mau gross bi»!


Es ist vielleicht die beste Kurzusammenfassung, das diesem Team gerecht wird. Ein inspirierendes Team, das weiter wachsen darf. Nicht weniger als die Hälfte der Spielerinnen steckt noch im Juniorenalter. Lassen sich führen und ziehen von den Routiniers. Und begeistern gemeinsam im Zirkus der Grossen.



Liebe Damen des SHC Grenchen-Limpachtal, Edition 2025/26: Ihr habt euch in unsere Herzen gespielt und habt uns mitgerissen. Schade ist für diese Saison Ende. Viel zu früh! Aber wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr!


Trinkt aus, wir müssen gehen. Und bis bald!

 


SHC Grenchen-Limpachtal - SHC Bulldozers Kernenried-Zauggenried: 9. Krummen Shannon (Burgdorfer Rebecca, Zbinden Celine) 0:1; 28. Berri Emma (Fluri Vera) 1:1; 47. Kummer Stefanie (Rätz Chantal) 1:2.

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