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Der SHC Grenchen-Limpachtal steht im Playoff Final

Sich zu früh als Sieger gewähnt – und trotzdem gewonnen! Die erste Mannschaft des SHC Grenchen-Limpachtal qualifiziert sich nach einem Hitchkock-Halbfinale in Belp für das NLA-Playoff Finale. Dort trifft die Mannschaft von Coach Simon Kunz auf den amtierenden Serienmeister aus Oberwil (ZG).

Das dritte und alles entscheidende Spiel. Es geht um alles: nicht einfach Sieg oder Niederlage – sondern Finale oder Saisonende, weiter träumen oder rasieren.

Nach der ersten Partie dieser Serie setzte wohl kaum noch jemand auch nur einen Franken auf ein Weiterkommen der Grenchner. Hatten die Jungs doch in dieser Partie nie eine reelle Chance, einen Sieg zu erringen.

Letztes Wochenende dann der Sieg im Heimspiel. Zweifellos, die Jungs von Simon Kunz spielten eine starke Partie. Aber man wurde das Gefühl nicht los, dass der SHC Belpa in diesem Spiel den Sieg nicht um jeden Preis wollten.

Und so stellten sich die zahlreichen Gästefans vor der dritten und entscheidenden Begegnung wohl alle die selbe Frage: Was ist diese Mannschaft noch im Stande zu leisten?

Nun, der Start erstaunte wohl viele. Auf demselben Platz, auf dem die Limpachtaler nur zwei Wochen zuvor kein Bein vors andere brachten, spielten sie die Heimmannschaft phasenweise schwindlig. Die Grenchner drückten, suchten den Weg aufs Tor, aber waren in der Defensive anfällig. Die Belper kamen immer wieder durch Konter zu gefährlichen Abschlussmöglichkeiten. Doch nach dem ersten Drittel lautete das Resultat 2:1 – für die Grenchner. Fankhauser’s sei Dank. Marc schoss die ersten beiden Tore des Spiels innert knappen zwei Minuten. Und David verhindert mit mirakulösen Paraden mehr Gegentreffer.

Nach der ersten Pause folgte das vielleicht spektakulärste Drittel der Saison. Nicht weniger als elf Tore fielen in diesen 20 Minuten. Und zum Ärger von Coach Simon Kunz nicht nur Tore für die Grenchner.

Nachdem Sterchi und Rindlisbacher Simon mit einem Doppelschlag innert sechs Minuten die Führung auf 5:2 ausgebaut hatten, wähnten sich einige Spieler wohl schon im Finale. Und so benötigten die Belper danach nur gerade knapp drei Minuten um das Skore wieder auszugleichen. Und es sollte noch schlimmer kommen. Nach 36 gespielten Minuten stand es gar 5:6 aus Sicht der Gäste. Der Genickbruch? Das Ende so nah am geglaubten Sieg? „Dies war der entscheidende Moment in diesem Spiel – und typisch für unsere Mannschaft in diesem Jahr.“ Sagte Assistents-Captain Simon Rindlisbacher nach dem Match. Denn anstelle den Kopf in den Sand zu stecken, rafften sich die Spieler nochmals auf. Und dem Vorzeigekämpfer in Person höchstpersönlich war es vorbehalten, den Ausgleich zu erzielen. Marti Michael mit einer für ihn typischen Einzelleistung krönte seinen Einsatz mit einem Tor.

Letztes Drittel der Halbfinalserie, und die Ausgangslage war klar. Wer dieses gewinnt, steht im Finale. Beide Mannschaften begannen dementsprechend vorsichtig. Keiner wollte in diesem Moment den entscheidenden Fehler begehen. Und falls es doch mal brenzlig wurde vor den Gehäusen, so entschärften die beiden Torhüter auch die besten Chancen sicher. Und so benötigte es schon eine Strafe, um eine Mannschaft in Front zu bringen. Der SHC Belpa 1107 nutzte die nummerische Überzahl eiskalt aus und ging in der 54. Minute mit 7:6 in Führung. Die Vorentscheidung zu gunsten des Favoriten?

Doch nur gut eine Minute später fand sich auch ein Belper auf der Strafbank. Und Henzi fand die Lücke zum Ausgleich. Mit einem satten Weitschuss bezwang er Weber zum 7:7. In den verbleibenden 4 Minuten geschah nicht mehr viel. Und so bekam dieses Herzschlagfinale den krönenden Abschluss mit der Verlängerung.

Der SHC Belpa startete besser in diese Overtime. Doch konnten sie auch eine Grosschance nach einem Abwehrfehler nicht nutzen. Grenchen versuchte, in der Defensive solid zu stehen und wartete geduldig auf die Konterchance. Und als diese gekommen war, schlug erneut ein „Krampfer“ zu. Mit Marc Fankhauser entschied ein Spieler diese Partie, der sonst in Diensten der ersten Linie seine Kilometer abspult, rackert und Bälle ausgräbt, seinen Mitspielern Chancen erarbeitet und Drecksarbeiten übernimmt.

Zwei Teamplayer entscheiden die Halbfinalserie. Zuvor war es im Heimspiel bereit mit Aebi eine defensive Seele, der mit seinen drei Toren massgeblich zum Erfolg beitrug. „Wir sind nicht nur ein Team mit zwei oder drei Skorern. Wenn es dem einen nicht läuft, springt ein anderer ein.“ Versuchte Aebi nach dem zweiten Spiel bereits zu relativieren. Wie recht er doch hatte.

Im Finale werden die Grenchner nun auf die zu favorisierenden Oberwil Rebells treffen. Dank dem Heimvorteil empfangen sie die Grenchner am nächsten Sonntag in Zug um 14.00 Uhr. Doch der SHC Grenchen-Limpachtal bewies mit dem Sieg in der Serie über den Qualisieger Belp, dass sich die Limpachtaler nicht verstecken müssen. Und: mit den Zugern haben die Jungs von Coach Simon Kunz noch eine Rechnung offen. Nach dem Playoff Finale in der letzten Saison verlohren die Grenchner auch den Cupfinal – gegen eben diesen Gegner.

 

NLA Strassenhockey Playoff Halbfinale, 3. Spiel (Best of three)

 

Wo:      Belp

Wann:  Sonntag, 2. Mai 2010, 14.00 Uhr

SHC Belpa - SHC Grenchen-Limpachtal 7:8 n.V. (1:2; 5:4; 1:1; 0:1)

SR: Sakkas, Seiler

Zuschauer: 213


Tore: 9. Fankhauser M. (Henzi) 0:1, 11. Fankhauser M. 0:2, 13. Fuchs (Strähler R., Wittwer / Ausschluss Marti) 1:2, 21. Rindlisbacher Si. (Henzi / Ausschluss Wittwer) 1:3, 21. Fahrni T. (Wittwer, Reber) 2:3, 22. Sterchi (Röthlisberger) 2:4, 27. Rindlisbacher Si. (Henzi) 2:5, 28. Fahrni T. (Strähler) 3:5, 28. Faina A. (Fahrni T., Fahrni D.) 4:5, 30. Reber (Wittwer) 5:5, 36. Fuchs (Fahrni D.) 5:6, 38. Marti (Aebi) 6:6, 54. Faina A. (Wittwer, Fuchs / Ausschluss Rindlisbacher St.) 7:6, 57. Henzi (Rindlisbacher Si. / Ausschluss Fahrni T.) 7:7, 65. Fankhauser M. (Henzi) 7:8


Belp:
Weber, Hofmann (Ersatz); Fahrni T., Burch, Hutmacher, Hirschi, Fuchs, Schori, Schmid, Ramseier; Wittwer, Reber, Faina A., Fahrni D., Strähler R., Faina F., Müller, Strähler Y.

Grenchen: Fankhauser D., Schluep (Ersatz); Rindlisbacher Si., Jenni F., Marti, Aebi, Isch, Rindlisbacher St., Jenni T., Kunz; Fankhauser M., Henzi, Tschantz, Christen, Röthlisherger, Sterchi, Kohler, Bütikofer, Rothenbühler, Hänggi


Strafen:
Belp: 3x 2 Min.
Grenchen: 4x 2 Min.

Bemerkungen: Time-Out Belp 10:06

 

 
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